Mitarbeiterbeteiligungen als interessante Lösung der Unternehmensnachfolge

Veröffentlicht unter thv AG

von Dr. Nicolas Zbinden, thv AG

In der Schweiz stehen viele KMU vor einem Generationenwechsel. Dabei tritt zunehmend die ausserfamiliäre Nachfolge in den Vordergrund. Der Nachfolgeprozess will sorgfältig und frühzeitig geplant sein. Dadurch sichert sich der Unternehmer die nötige Flexibilität bei der Strukturierung seiner Nachfolge als Eigentümer und operative Führungskraft. Über den Einstieg von (leitenden) Mitarbeitenden in der Form von Mitarbeiterbeteiligungen können er und die Nachfolger Steuern sparen.

Die Vorteile für die Unternehmenszukunft nutzen

Mit einer Beteiligung von (leitenden) Mitarbeitenden am Kapital anstelle des Verkaufs an Mitbewerber oder externe Investoren besteht häufig eine höhere Gewissheit, dass ein verbreitetes Ziel des Übertragenden erreicht wird: Die Fortführung des Lebenswerks und die Weiterbeschäftigung der engagierten Mitarbeitenden. Die Übernehmenden starten ihre unternehmerische Verantwortung im Unternehmen nicht neu, sondern gestützt auf ihre profunden Kenntnisse des Marktes und der anstehenden unternehmerischen Herausforderungen.

Von den Erleichterungen in der Finanzierung und Steuerersparnis profitieren

Das Interesse des übertragenden Unternehmers an der Realisation des effektiven Unternehmenswerts steht vielfach im Spannungsfeld zu den finanziellen Möglichkeiten der Übernehmer. Hier kann ein mehrjähriger Mitarbeiterbeteiligungsplan spürbare Entlastung schaffen. Die Unternehmung selbst kauft über mehrere Jahre im erlaubten Umfang von 10% resp. 20% (bei Vinkulierung) eigene Aktien zum «Verkehrswert» dem bisherigen Unternehmer ab. Die Unternehmung überträgt vereinbarungsgemäss – z.B. durch Veräusserung oder als Lohnbestandteil – die eigenen Aktien an die Mitarbeiter weiter. Wird dabei eine vertragliche Frist gesetzt, während der die Mitarbeitenden über die Aktien nicht frei verfügen können (sogenannte Sperrfrist), so können die Nachfolger aufgrund dieser Verfügungsbeschränkung in den Genuss von erheblichen steuerlichen Einsparungen kommen.

Beispiel: Bei einer maximal steuerlich zulässigen Sperrfrist von 10 Jahren auf die als Lohnbestandteil ausgegebene Aktien ergibt sich eine Reduktion der steuerlichen Bemessungsgrundlage in Höhe von 45%. Die Nachfolger versteuern bei Erhalt einer Namensaktie mit einem Verkehrswert von beispielsweise CHF 100’000 lediglich CHF 55’000 als geldwerte Leistung.

Die Sperrfrist kann einen weiteren vom abtretenden Unternehmer gewünschten Effekt haben, nämlich die längerfristige Bindung der in die Unternehmensnachfolge einsteigenden Mitarbeitenden.

Mitarbeiterbeteiligungen können somit aus verschiedenen Gründen ein interessanter Weg für eine ausserfamiliäre Nachfolge von KMU darstellen. Die positive Wirkung von Mitarbeiterbeteiligungen erschöpft sich freilich nicht allein im Nachfolgefall. Mit einer Beteiligung durch die Mitarbeitenden kann – auch ausserhalb eines Nachfolgeprozesses – der in der Gesellschaft immer stärker nachgefragten Förderung der Mitbestimmung und des unternehmerischen Denkens der Mitarbeitenden nachgekommen werden.

Die eidgenössische Steuerverwaltung hat die Praxis zur steuerlichen Behandlung von Mitarbeiterbeteiligungen vertieft. Bei der Ausgestaltung des Mitarbeiterbeteiligungsplan sind diese Grundsätze für eine im Einzelfall erwünschte Steuerfolge zu beachten. Ebenso empfiehlt es sich, die Voraussetzungen an das Eigenkapital und deren Entwicklung beim Vollzug des Mitarbeiterbeteiligungsplans im Vorfeld abzuklären.

Weitere Informationen finden Sie unter www.thv.ch